Neuer Linearbeschleuniger stärkt onkologischen Schwerpunkt am Brüderkrankenhaus

 „Dieser Beschleuniger verfügt über eine Anzahl von neuen Möglichkeiten in der Bestrahlungstechnik, die wir schon in der kurzen Zeit der Inbetriebnahme schätzen gelernt haben. Es geht uns dabei nicht um die bloße Begeisterung für Technik, sondern um den Gewinn, den die Patienten haben werden“, kommentiert der Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie Dr. Horst Leber. Die Strahlentherapie ist nach der Chirurgie die wichtigste Methode zur heilenden Behandlung der meisten Tumoren des Erwachsenen. Darüber hinaus wird sie sehr häufig zur Linderung von Beschwerden bei fortgeschrittenen oder unheilbaren Tumorerkrankungen eingesetzt. In den letzten Jahren hat sich die strahlentherapeutische Technik ganz wesentlich verfeinert, was zum einen zu einer deutlichen Verringerung der Nebenwirkungen, zum anderen zu einer eindeutigen Verbesserung der Heilungsraten verschiedener Tumoren, insbesondere bei Prostata-, Enddarm- und Gebärmutterhalskrebs, sowie Krebs im Mund- und Rachenbereich geführt hat.

„Um die Nebenwirkungen der Bestrahlung möglichst gering zu halten, müssen die empfindlichen Organe in der Nähe eines Tumors möglichst geschont werden“, erklärt Dr. Leber. Linearbeschleuniger der neuen Generation, wie das im Dezember 2009 am Brüderkrankenhaus installierte Gerät, erreichen dies mit der intensitätsmodulierten Bestrahlung, einer sehr „aufwendigen“ Technik, bei der Form und Intensität der Strahlung in besonders kritischen Bereichen wie Kopf- und Halsbereich sowie zum Teil auch im Becken individuell angepasst werden. Bei jeder Bestrahlung überprüft das Fachpersonal außerdem die Lage des Patienten und die Lage der Organe im Körper millimetergenau. Diese sogenannte bildgeführte Strahlentherapie ist ebenfalls mit der Installation des neuen Beschleunigers am Brüderkrankenhaus etabliert worden. Im Rahmen der Einweihung des neuen Gerätes am 24. März 2010 werden die Ärzte am Brüderkrankenhaus St. Josef ihren niedergelassenen Kollegen die neuen Möglichkeiten der Strahlentherapie vorstellen. Insgesamt investierte das Krankenhaus 1,8 Mio. Euro, wobei allein der Umbau der Räumlichkeiten im 2. Untergeschoss eine halbe Millionen Euro erforderte. Die Heinz-Nixdorf-Stiftung spendete eine Millionen Euro für die Anschaffung des Beschleunigers. Für den Kaufmännischen Direktor des Brüderkrankenhauses St. Josef, Siegfried Rörig, ist der Ausbau der Strahlentherapie nur ein Baustein von vielen: „Unsere Bauzielplanung sieht in den nächsten Jahren umfangreiche Investitionen zur Steigerung der OP-Kapazitäten und zur Optimierung der räumlichen Gesamtsituation vor.“
 
Einweihung des Linearbeschleunigers mit den Vertretern der Heinz-Nixdorf-Stiftung

Weihten den neuen Linearbschleuniger ein: (von links) Paula Hermes, Dr. med. Horst Leber, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie, Renate Nixdorf, Hubert Koch, Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer des Brüderkrankenhauses St. Josef e.V., Martin Nixdorf, Vorsitzender der Heinz-Nixdorf-Stiftung, Siegfried Rörig, Kaufmännischer Direktor und Bruder Rainer Hellinger, Hausoberer, beide am Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn.

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Die Strahlentherapie am Brüderkrankenhaus versorgt täglich mehr als 100 Patienten aus den Kreisen Höxter und Paderborn und darüber hinaus.
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Linearbeschleuniger Elekta Synergy
Foto:
von links: Siegfried Rörig, Kaufmännischer Direktor, MTRA Michaela Trenk, Diplom-Physiker Reiner Tiemann, Chefarzt Dr. med. Horst Leber, Oberarzt Dr. med. Klaus Plitt